Echo Artikel zur Infoveranstaltung vom 18. Februar in Hassenroth

http://www.echo-online.de/lokales/odenwaldkreis/hoechst-im-odenwald/buergerinitiativen-bleiben-am-ball_16674259.htm

 

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Ein Kommentar zu “Echo Artikel zur Infoveranstaltung vom 18. Februar in Hassenroth

  1. Windkraft im Odenwald führt zu bisher unerwarteten Bündnissen. Wer hätte gedacht, dass „Grüne“ den Bau von Industrieanlagen im Wald propagieren und „Schwarze und Gelbe“ sich um Greifvögel und andere Tiere sorgen. Die Debatten werden teilweise sehr erregt und unter der Gürtellinie geführt. Da wird dem Vertreter der Beführworter vorgeworfen zu lügen und zu betrügen, zu schmieren und zu manipulieren. Es formt sich außerpalamentarische Opposition weil man das Gefühl hat, die gewählten Politiker vertreten nicht mehr „das Volk“

    All das erinnert mich an die Debatten zur Atomkraft – da waren die Rollen genau anders herum. Die Grünen kämpften getrieben von Ängsten und Sorgen im und ausserhalb des Parlaments gegen die Natur- und Weltbedrohenden Kernkraftwerke, beschwörten die unabsehbaren Nachwirkungen, die unbekannten Auswirkungen auf Mensch und Tier.
    In sofern sollten gerade die Grünen genau verstehen welche Ängste gerade die betroffenen Anwohner im Odenwald antreiben. Die Angst vor Infraschall und die unbekannten Auswirkungen, die Angst vor Schlagschatten oder blinkenden roten Lichtern, die Angst vor Wertverlust von Haus und Grund. Viele empfinden so ein technisches Bauwerk wie ein Windkraftwerk als unpassend oder „falsch“ in einem Waldgebiet.

    Sicher ist das Subjektiv, wir haben uns ja auch an Häuser und Strassen im Wald gewöhnt. Ich persöhnlich sehe die Windräder bei Haingrund oder hinter Gross-Umstadt aus der Entfernung als normal. Selbst meine Mutter, die beim ersten Windrad am Haingrund meinte „wie hässlich“ stellt mittlerweile nur milde interessiert fest „auch schau mal, da ist wieder eins dazugekommen“ Aber das ist eine Frage der Entfernung. Man kann das gut auf der B426 Richtung Darmstadt ausprobieren. Von Dieburg kommend ist das erst mal nicht weiter schlimm, aber wenn man dann zwischen Gross Zimmern und Gundernhausen ist und das Windrad vielleicht noch 1,5 km weg steht dominiert es das Blickfeld und selbst ich denke mir „schei… ist das groß“ Ich glaube wenn man nur 1 km von einem 200 m großen, sich bewegenden und nachts blinkenden Industriegebäude wohnt wird man sich nicht daran gewöhnen. Der Fremdkörper im Wald nimmt dann einen Bogenwinkel von 11,4 Grad ein (zum Vergleich: der Mond nimmt 0,5 Grad ein) – das ist die halbe Sonnenhöhe im Winter. Das ist schon bei still stehenden Objekte irritierend, bei einem sich ständig bewegenden nachts blinkenden Objekt ist und bleibt es störend. Kommt noch Schlagschatten dazu wird es unerträglich.

    Deshalb ist es mir wichtig, das Windräder weiter weg von bewohnten Gebieten bleiben. Die bayerische Regel 10H (Abstand = Höhe des Objektes x 10 ) ist ok. Bekannte von uns wohnen etwas mehr als 2 km von den Windrädern in Breitenbrunn und haben sich daran gewöhnt. Schlagschatten oder Schall sind ihrer Aussage nach auch kein Thema.
    Eingefleischte Windkraft Beführworter sehen in der 10H Regel dann gleich das Ende der Windkraft in Deutschland und der Energiewende überhaupt. Das ist Blödsinn – die Windräder bei Breitenbrunn verletzten die 10H Regel nicht und es gibt auch andere Gebiete wo man genügend Abstand zu Siedlungen hat. Viel wichtiger ist meiner Meinung nach sowieso dass die effektive Nutzung der vorhandenen Windkraftanlagen verbessert werden muss, indem man Wege findet die erzeugte Energie zu speichern. Zum einen würde die mit regenerativen Mitteln erzeugte Strommenge erhöht werden, zum anderen bräuchte man weniger „Schattenkraftwerke“ die für Zeiten vorgehalten werden müssen, wenn Solar- oder Windenergie mal nicht ausreichend erzeugt wird.

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