Leserbrief zum Artikel „Mit voller Windkraft voraus“ vom 25. Juni 2016, Seite 7

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir und die hessische Landesregierung: Mit dem Kopf durch die Wand!

Toll! Hessen hat sich bei den neu installierten Windkraftanalgen auf Platz sieben vorgearbeitet. Und: Wenn blos nicht die aus Berlin die hessische Energiewende ausbremsen. Schließlich will man ja den Ausbau der Windenergieerzeugung von dort aus drastisch kürzen.

Man kennt das ja von kleinen Kindern: Wenn die etwas nicht bekommen, schreien sie, lassen sich hinfallen und strampeln oder stampfen mit den Füßen auf. Nur, damit das Ziel erreicht wird. Da ist jedes Mittel recht.
Und genauso verhält sich der Herr Minister, nur, daß Kinder noch nicht tiefgreifend nachdenken können, die Folgen ihres Handelns noch nicht einschätzen können, der Herr Minister sehr wohl.

Der Ausbau der Windkraft in Hessen macht viel mehr kaputt, als er bringt, als er bringen kann: Wald und Ackerland, Wasser, Vögel und andere Tiere und last-but-not-least uns Menschen die dort wohnen müssen, wo plötzlich eine Windkraftanlage von über 200m Höhe gebaut wird. Rollierender Schattenwurf, drehende Räder, Infraschall und die Verschandelung der Sicht verändern das Leben in dem „betroffenen“ Ort von Grund auf. Nichts mehr ist nach dem Windrad so, wie es vorher war. Fragen Sie mal im Vogelsberg nach, wenn Sie dort jemanden kennen.
Und: Wo eines gebaut wird, gesellen sich schnell noch weitere dazu, was die Probleme für Natur, Tiere und Menschen nur noch vergrößert.

Wir haben über 100 Jahre gebraucht, um eine verläßliche und flächendeckende Energiever-sorgung in unseren Land auf- und auszubauen. Und plötzlich hat man 2011 in Regierungskreisen dann doch erkannt, daß nicht alles sooo toll ist, wie man es uns Jahrzehnte weiß machen wollte. Die Windkraft soll das jetzt in 15 oder 20 Jahren alles rausreißen. Und in 30 Jahren wird man wieder ganz plötzlich erkennen, daß nicht alles sooo toll ist, wie man es uns heute weiß machen wollte.

Viele Menschen haben im letzten Jahrhundert fassungslos vor Atomkraftwerken und Kohlemeilern gestanden, haben in Gorleben demonstriert, haben auf Listen unterschrieben und Briefe verfaßt, manche haben sogar Steine geworfen und Polizisten angegriffen. Die Menschen standen ohnmächtig und weinend vor den Anlagen, die von den jeweiligen Regierungen als unverzichtbar erklärt wurden. Die Macht der Obrigkeit und der Konzerne hat verhindert, daß wir uns damals schon nach neuen Energieformen umschauen konnten.
Jetzt, im 21. Jahrhundert, haben die die Macht in die Hand bekommen, die damals noch genau das angeprangert haben, was Sie heute tun: Die Obrigkeit bestimmt nach wie vor, was für uns alle gut und was schlecht ist.
Heißt: Gut ist die Windkraft, schlecht ist dabei – nichts. Wer´s glaubt, …

Heute stehen wir Bürger nicht mehr ohnmächtig und mit der Faust in der Tasche vor Atomkraftwerken, die sind Gott-sei-dank am Aussterben, heute stehen wir ohnmächtig und mit der Faust in der Tasche vor Monster-Windrädern und sehen, wie Natur, Tiere und wie wir selber vor die Hunde gehen, weil die Obrigkeit zusammen mit den Windenergie-Konzernen (die ersetzen gerade die Atomkonzerne) nicht das tun, was vernünftig wäre sondern, was „die Wirtschaft“ gerne haben will.
Und glauben Sie ja nicht, was uns die Politiker und die Konzerne weiß machen wollen: Alles halb so schlimm, das bischen Natur, die paar Vögel und die „geringen“ Risiken für unser Leib und Leben: Genau das haben die auch vor 50 Jahren gesagt und es war falsch und genauso falsch ist es heute!
Da spielt es überhaupt keine Rolle, ob ein Standort für ein Windrad überhaupt genug Wind abbekommt oder Mensch und Tier leiden müssen, Hauptsache, die Kohle stimmt. Und deshalb denkt man in Berlin nicht etwa um, wird vernünftig, nein, man will die Energiewende ausbremsen.

Gute Nacht, Hessen.

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