Märkerwald nun als Windkraft-Vorranggebiet ausgewiesen 

Auch der Arbeitskreis der Bürgerinitiativen Gegenwind Hassenroth und Otzberg traf sich im August, um die aktuellen alarmierenden Entwicklungen für das Gebiet des nördlichen Odenwalds in Sachen „Vorranggebiete für Windkraftnutzung“ im Entwurf zur „2. Offenlegung des Teilplans Erneuerbare Energien für Südhessen“ zu erörtern.
Die scheinbare Ruhe an der Windkraft-Front, wie vom Echo berichtet, ist nur eine trügerische. Bauvorhaben gemäß § 35 BBauG werden an vielen Stellen vorangetrieben, solange keine Vorranggebiete mit Ausschlusswirkung mit dem Regionalplan verabschiedet sind. Aber auch die Regionalplanung wird irgendwann in Kraft treten, die Mühlen der behördlichen und politischen Stellen laufen nur etwas langsamer. Pläne der Politik, windschwache Gebiete besonders zu fördern, lassen auch die Hoffnung schwinden, dass Investoren nur in rentable Anlagen investieren werden. Solange es genügend Subventionen gibt, wird gebaut, ob es sinnvoll ist oder nicht! Einzig der Einsatz von Bürgerinitiativen hat im Moment eine abschreckende Wirkung auf die Projektierer.

Wie aus den Plänen des Regierungspräsidiums, die der Regionalversammlung demnächst vorgelegt werden, hervorgeht, soll zwar das Vorranggebiet 218 zwischen Otzberg, Reinheim und Bieberau entfallen, dafür ist ein Teil des Märkerwaldes nur 1 km von Hassenroth entfernt als neues Windkraft-Vorranggebiet in die Planung aufgenommen worden. Und dies, obwohl bereits ein avifaunistisches Kurzgutachten den Märkerwald als hochsensibles Gebiet für gefährdete Vogelarten bestätigt. Bezeichnenderweise kam einer der zwei (!!) Anträge dafür vom BUND Otzberg, der sich den Naturschutz auf die Fahnen schreibt. Begründung – salopp gesagt, dass der unter Schutz gestellte Rotmilan hier ja bald eh verschwinden könnte und dann wäre es doch sehr bedauerlich, dieses Gebiet nicht für die Windkraft zu nutzen! Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Auch die Gemeinde Otzberg, Eigentümerin der Flächen im Märkerwald, hat trotz der hohen Zustimmung für die Windkraftgegner von der FDP bei den Kommunalwahlen, ihre Pläne noch nicht ad acta gelegt. Gerade wurden 18.000 € für eine Ausschreibung bereitgestellt.

Trotz des möglichen Wegfalls von Vorranggebiet 218 im benachbarten Landkreis Da-Di gibt es auch dort keine Entwarnung. Genehmigungsverfahren für private Flächen wurden schon angestoßen, d. h. hier werden trotzdem Windräder entstehen!

Aber damit nicht genug, weitere Windvorrangflächen drohen oberhalb von Höchst, Mümling-Grumbach und Kirchbrombach! Mit Einschränkungen wegen der Flugsicherung weist der Plan auch weitere Flächen nördlich von Breuberg aus! Die Umzingelung wäre perfekt! Nach Ablehnung des Windkraftplans des Odenwaldkreises eine höchst alarmierende Entwicklung, die hoffentlich auch die Gemeindevertretung und den Bürgermeister von Höchst auf den Plan rufen wird.

Der Entwurf sieht auch weiterhin die höchst umstrittenen 1.000 m Abstand zu Wohnsiedlungen und 600 m zu Wohnbauflächen im Außenbereich vor. Er bezieht sich nach wie vor auf total veraltete Normen zur Schallausbreitung, fordert keine realen Windmessungen und nimmt auch kaum Rücksicht auf Denkmäler, Natur und Tourismus. Die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Bewohner und letztendlich Vermögensverluste durch die Abwertung oder Unverkäuflichkeit der oft hart erarbeiteten Eigenheime oder aufgebauten Existenzen im Tourismus interessieren schon gar nicht!

Anlass für die Mitglieder der Bürgerinitiativen weiter nichts unversucht zu lassen, die Bevölkerung aufzuklären und zu mobilisieren sowie auf politischer Ebene Einfluss zu gewinnen. Die politischen Vertreter unserer Region entscheiden in der Regionalversammlung mit über diesen Regionalplan, könnten – wenn sie denn wollten – auf die Bedingungen Einfluss nehmen und haben letztendlich dessen Vorgaben zu verantworten! Sprechen Sie Ihre in den Kommunalparlamenten vertretenen Parteien darauf an. Ohne Druck aus der Bevölkerung werden wir vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

Helfen Sie mit, den „Windwahn“ im Odenwald und insbesondere um unsere Heimatorte zu verhindern! Kommen Sie zu den Infoveranstaltungen, Treffen der Bürgerinitiativen und informieren Sie sich auf unserer Website https://gegenwindhassenroth.wordpress.com/ oder auf Facebook „Gegenwind Hassenroth“ und http://rettet-den-odenwald.de/.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s