Argumente und Fragestellungen

Die Bürgerinitiative Gegenwind Hassenroth hinterfragt das Vorhaben einiger Gemeindevertreter der Gemeinde Otzberg, gemeindeeigene Flächen im Märkerwald an einen Projektierer zur Errichtung von Windkraftanlagen zu verpachten. Im Folgenden werden einige Argumente und Fragestellungen aufgeführt:

Die Fläche im Märkerwald

  • liegt außerhalb der vorgesehenen Vorranggebiete für Windkraft im Teilplan erneuerbare Energien des Regionalplans Südhessen
    => zusätzliche Belastung der Bürger und der Umwelt
  • liegt in einem windschwachen Gebiet; der gesamte Odenwald ist eines der windschwächsten Gebiete Europas; warum ausgerechnet hier Windkraftanlagen („WKAs“)?
    => die Wirtschaftlichkeit ist trotz hoher Subvention des Strompreises nicht gegeben; siehe WKAs Hainhaus und Geisberg
    => vermeintlich sichere Pachteinnahmen werden nicht gezahlt werden, wenn Betreiber die Prognosen nicht erreichen oder sogar insolvent werden
  • liegt nur 2 km vom historischen Kulturdenkmal Veste Otzberg entfernt
    => Stellungnahme Landkreises Da-Di zum Regionalplan Südhessen / Stellungnahme der Denkmalschutzbehörde:   „Der Veste Otzberg ist ein Freihalteradius von mindestens 6 km zuzuordnen, der Prüfradius sollte 10-20 km nicht unterschreiten.“
    Mit u.a. dieser Begründung hat übrigens die Gemeindevertretung das Vorranggebiet 218 im Regionalplan abgelehnt.
  • liegt nur 600 m von der Schmelzmühle, jeweils 1 km von der Wohnbebauung der Orte Ober-Klingen und Hassenroth und 2 km von Hering entfernt
    => in Bayern hätte die Projektierung keine Chance, hier bietet die 10H-Regel (Abstand = 10 mal Anlagenhöhe) mehr Schutz für die Menschen
    => bedrängende Wirkung durch über 200 m hohe Windkraftanlagen mit Rotorenspannweiten von 120 m in unmittelbarer Nähe – neueste Generation sogar 250 m hoch
    => gesundheitliche Gefährdungen der Bürger durch Schall (hörbaren, tieffrequenten und Infraschall), Schattenschlag, nächtliche Blinklichter; TA-Normen sind veraltet
    Infraschall betrifft auch die weiter entfernten Orte – Auswirkungen bis über 20 km spürbar; aus Angst vor Gesundheitsschäden werden in Dänemark, einem Land mit hoher WKA-Dichte, kaum noch Anlagen gebaut; eine staatliche Untersuchung zu den immer häufiger auftretenden Gesundheitsbeschwerden läuft; auch in Deutschland warnen die Ärzte für Immissionsschutz;
    Schallbelastung ist in Hassenroth besonders hoch, da oft Westwind vorherrscht;
    Sonne zieht hinter die Windrädern und geht dort unter – dadurch permanentes Geflimmer durch Rotoren
    => Existenzbedrohung der örtlichen Hotels und Pensionen durch Rückgang des Tourismus; (Ausfall von Gewerbesteuereinnahmen); Hassenroth ist stattl. anerkannter Erholungsort, wer Natur sucht, verbringt seinen Urlaub nicht unter Windrädern
    => Wertverlust unserer Immobilien bis hin zur Unverkäuflichkeit, besonders in Ober-Klingen, Hering und Hassenroth; viele Menschen haben hart für ihr Haus im Grünen gearbeitet und müssen hohe Vermögensverluste hinnehmen; die Alterssicherung wird dadurch gefährdet
    => Bedrohung der Dorfentwicklung – welche junge Familie zieht dann noch hierher; nachweislich stellen schon jetzt potenzielle Käufer ihre Kaufentscheidung für eine Immobilie in den stark betroffenen Orten wegen dem anstehenden Bau von WKAs zurück
    => Zusatzbelastung zum zunehmenden Fluglärm in unserer Region
  • verhindert nicht den Bau von WKAs im Vorranggebiet 218
    => vielleicht wird gerade die Gemeinde Otzberg in Zukunft froh sein, nicht von mehreren Seiten von Windkrafträdern umgeben zu sein; der WKA-Plan des Odenwaldkreises sieht in der Umgebung keine Windräder vor
  • ist ein wichtiger, schützenswerter Naturraum
    => Wie schon das avifaunistische Kurzgutachten von Herrn Kreuziger gezeigt hat, ein wichtiges Gebiet für den unter hohem Schutz stehenden Rotmilan, aber auch vieler anderer heimischer Vögel und Tiere (Uhus, Fledermäuse, Falken etc.). Für den Rotmilan wird in den bisherigen Planungsunterlagen ein Mindestabstand von 1.000 m angegeben, nach dem neuen Helgoländer Papier sind aber mindestens 1.500 m erforderlich – faktisch das Aus für die Planung!
    => Ein Windrad verursacht die Rodung von Waldflächen in Größe eines Fußballfeldes und benötigt 3.500 Tonnen Stahlbeton im Waldboden; negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt durch den Druck möglich
    => Gerade im Hinblick auf das Ballungsgebiet Rhein-Main sind intakte Natur- und Kulturlandschaften als Rückzugsgebiete besonders wichtig.
  • Verpachtung an einen Projektierer – Vertragsgestaltung
    => Stimmen die Gemeindevertreter dem Antrag wie vom Gemeindevorstand eingebracht zu, bedeutet das, dass sie dem Gemeindevorstand einen „Freibrief“ erteilen. Zum jetzigen Zeitpunkt kennen sie noch keine Details des Vertrages mit dem Projektierer; wissen also noch nicht, zu was Sie überhaupt Ihre Zustimmung geben.

Dabei sollten sie Folgendes beachten:

  • Der Projektierer erwirtschaftet seinen Gewinn durch den Bau der Anlagen.
    Je höher die Windstärke, desto mehr an staatlichen Zuschüssen => erklärt den ominösen Anstieg der vom Projektierer prognostizierten Windstärke.
    Die Projektierer sind inzwischen so gut aufgestellt, dass sie sogar eigene Biologen etc. haben, die die nötigen Gutachten für die Genehmigung anfertigen. Wer glaubt da an Neutralität! Ein Skandal, dass das behördlich zugelassen wird. Hier wird der Bock zum Gärtner gemacht.
  • Zum Betrieb der Anlage wird in der Regel eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung gegründet, die dem Verpächter des Grundstückes, hier die Gemeinde Otzberg, einen Pachtzins zahlt. Wie uns aus vorliegenden Verträgen bekannt ist, jedoch kein fester Betrag auf z. B. 20 Jahre (wie vollmundig vom Vertreter bei der Präsentation behauptet), sondern eine ertragsabhängige Vergütung.Das bedeutet:
    => erwirtschaftet die Anlage keine oder geringere Gewinne (siehe schlechte Windsituation im Odenwald – Geisberg und Hainhaus), sinkt bzw. entfällt die Pacht an die Gemeinde;
    selbst bei einem garantierten Pachtzins stellt sich bei einer GmbH die Frage, ob im Fall einer finanziellen Schieflage der Pachtzins gesichert ist

=> geht die Gesellschaft in Konkurs, entfällt für die Gemeinde nicht nur die Pacht, sondern die Gefahr für immens teure Rückbauarbeiten kommt auf die Gemeinde zusätzlich zu.
Die für den Rückbau von der Betreibergesellschaft gebotenen Bürgschaften sind viel zu niedrig angesetzt. Meist verpflichten sich diese auch nur zur Beseitigung des Stahlbetons bis 2,5 m Tiefe, sodass die Kosten für den restlichen Rückbau sowieso zu Lasten der Gemeinde gehen – die Gemeinde ist rechtlich als Grundstücksbesitzer dafür verantwortlich . Bei 3.500 Tonnen Stahlbeton pro Anlage ist das kein Pappenstiel!

=> Fallen Kosten zu Lasten der Gemeinde für Ausbau der Infrastruktur an (Zufahrtswege etc.)?

=> Erforderlich ist die Erstellung eines 3D-Modells, um sich einen realistisches Eindruck über das Landschaftsbild mit Windrädern machen zu können.

(K)eine_Lizenz_zum_Gelddrucken

 

Achtung Flächenverbrauch!!!

Erneuerbare Energien haben in Bezug auf die produzierte Megawattstunde einen ernormen Flächenverbrauch.

Hier nochmal der Faktencheck in kurzer Übersicht:

✔ Energiespeicherproblem nicht gelöst
✔ Zufallsstrom der produziert wird – nicht grundlastfähig
✔ Durch Windstille müssen Kohle- und Gaskraftwerke vorgehalten werden
✔ Außerkraftsetzung der Multifunktionalität von
Wälder und der Kulturlandschaft (nützen-schützen-erholen)
✔ Tierschutz wird mißachtet
✔ enormer Verbrauch an „Seltenen Erden“ (ca. 200 kg für 5 MW/h-Anlage)
✔ enormer Flächenverbrauch pro produzierter Megawattstunde Strom
✔ Strom wird durch EEG Subventionierung immer teurer
✔ Ressourcenverschwendung, da nicht benötigter Windstrom bei Stromüberschuss ins Ausland entsorgt werden muss, andernfalls würde unser Stromnetz zusaemmenbrechen.

© Foto mit freundlicher Genehmigung von Bürgerinitiative Pro Tauschwald
© Bericht Flächenverbrauch von Günter Keil
© Ralph Lorenz „Windkraftanlagen sind Natur- und Waldzerstörer“

http://pro-tauschwald.de/data/documents/Flugblatt_pro-Tauschwald_mit-Bildern-Bunt.pdf

http://www.ageu-die-realisten.com/archives/1436

Daten und Fakten zur Energiewende

http://www.uni-heidelberg.de/presse/meldungen/2015/m20150212_daten-und-fakten-zur-energiewende.html

 

Vernünftige Energiepolitik – zum Wohl von Mensch und Natur

https://www.youtube.com/watch?t=130&v=DijXCuUk5KI

 

Naturschutz Sensbachtal Broschüre

Naturschutz_Sensbachtal_Broschuere_5-1

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